Helgoland
Helgoland ist die einzige deutsche Hochseeinsel und liegt 49 km von der Westküste Schleswig-Holsteins entfernt. Die ursprünglich größere Insel zerbrach 1721.
Seit dieser Zeit existiert die als Düne bezeichnete Nebeninsel. Die Hauptinsel hat eine Länge von ca. 2,20 km und ist an der breitesten Seite ca. 0,80 km.
Die Gesamtgröße mit der Düne liegt bei 1,70 qkm.
Helgoland ist neben dem Einkaufstourismus und dem Badetourismus vor allem für Ornithologen sehr interessant. Bisher sollen dort schon 432 Vogelarten nachgewiesen worden sein. Helgoland ist somit wohl der artenreichste Ort in Europa. Jährlich werden rund 240 verschiedene Vogelarten beobachtet.
Auf den Felsbändern des Lummenfelsen brüten Trottellumme, Dreizehenmöwe, Tordalk, Eissturmvögel und seit 1991 auch Basstölpel.
Auf dem Helgoländer Lummenfelsen lassen sich von März bis Oktober rund 10000 Vogelpaare beobachten.
Trottellumme - Uria aalge
Die Trottellumme ist eine von zwei Vogelarten in der Gattung der Lummen. Sie brütet in Mitteleuropa nur auf Helgoland. Nach ca. 30 Tagen Brutzeit schlüpfen die jungen Lummen und werden mit Kleinfischen von ihren Eltern gefüttert. Nach weiteren 20-25 Tagen springen die noch nicht flugfähigen Jungvögel von den Felsen ins Wasser. Dieser sogenannte "Lummensprung", der etwa ab Mitte Juni stattfindet, lässt sich nur an wenigen Abenden beobachten.
Dreizehenmöwe - Rissa tridactyla
In Mitteleuropa brütet die Dreizehenmöwe nur auf Helgoland und am Bulbjerg, an der Nordspitze Dänemarks.
Tordalk - Razorbill Alca torda
Die schwarz-weißen Vögel leben in Deutschland ausschließlich auf Helgoland. Seit Ende der 1980er Jahre brüten sie dort in Randlagen der großen Lummenkolonie in steigender, aber geringer Brutpaarzahl.
Eissturmvogel - Fulmarus glacialis
Eissturmvögel kommen nur zum Brüten an Land. Die etwa gut sturmmöwengroßen Vögel ernähren sich von Krill, Fischen, Schnecken Krebsen und Quallen. Zudem fressen sie Aas und Fischabfälle.
Basstölpel - Morus bassanus
Der Basstölpel brütet auf Inseln mit Steilküste. Seit 1991 brüten die Basstölpel auch auf Helgoland. Die roten Sandsteinfelsen dort sind das kleinste deutsche Naturschutzgebiet mit einer beeindruckenden Dichte an brütenden Seevögel. Bei adulten Vögeln ist das Gefieder bis auf die schwarzen Flügelspitzen fasst reinweiß. Das cremefarbene Kopfgefieder, der hellgraue Schnabel und die umzeichneten Augen geben ihm ein elegantes Aussehen.
Eigentlich sammeln die Vögel Tange oder Algen für ihre Nester. Doch leider erwischen sie dabei auch immer wieder Plastikmüll der auf dem Meer treibt. Teile alter Fischernetze und anderes Plastikschnurgeflecht. Basstölpel und andere Vögel, die sich darin verheddern und erdrosselt haben, hängen tot vom Felsen herab.
Heringsmöwen
Heringsmöwen brüten auf der Hauptinsel sowie auf der Düne.
Eiderente - Somateria mollissima
Die Eiderente ist in Deutschland ein Charaktervogel der Küsten und nicht gefährdet. Sie lebt auf dem Meer und hält sich zur Brutzeit an nicht zu steilen Küstenabschnitten mit niedriger Vegetation auf. Das Nest liegt in einer Bodenmulde und wird oft in Kolonien in Küstennähe errichtet. Auf Nahrungssuche taucht sie recht oft und mehrere Meter tief. Sie ernährt sich von Schnecken, Muscheln, Krebstieren Insekten und Fischen.
Austernfischer - Haematopus ostralegus
Der Austernfischer gilt als einer der Charakteristischsten Vögel der Nordseeküste.
Die Kegelrobbe - Halichoerus grypus
Der Kopf bei der Kegelrobbe ist spitz zulaufend. Vom Seehund unterscheidet sie sich vor allem durch ihre viel massigere Gestalt. Sie wird bis 250 cm groß und wiegt bis zu 300 kg. Sie ist in Deutschland das größte freilebende Raubtier. Auch sie trifft man auf der Düne in Gruppen am Strand an.
Seehund - Phoca vitulina
Die Seehunde unterscheiden sich von den Kegelrobben durch ihren rundlichen Kopf. Die Männchen werden etwa 170 cm, die Weibchen 140 cm groß. Das Gewicht liegt bei 150 bzw. 100 kg.
Auf Helgoland trifft man sie vor allem auf der Düne. Dort liegen sie in Gruppen am Strand.
Auch bei einem weiteren Besuch auf Helgoland, der dieses Mal im Herbst - Ende September bis Anfang Oktober 2023 - stattfand, ergaben sich für mich einige gute Gelegenheiten weitere Vogelarten zu fotografieren. Insbesondere Limikolen- und Singvogelarten waren zahlreicher als während der Brutzeit im Frühjahr.
Obwohl das Brutgeschäft am Lummenfelsen und der Langen Anna bereits abgeschlossen war, gab es bei den Basstölpeln einige noch nicht flügge Jungvögel die noch von den Altvögeln mit Nahrung versorgt wurden.
Tordalke und Trottellummen nach der Brutzeit; jetzt im Schlichtkleid.
Möwen, Seeschwalben und Zwergschnepfe.
Pfuhlschnepfen im Schlichtkleid - Limosa lapponica
Goldregenpfeifer im Schlichtkleid - Pluvialis apricaria
Kiebitzregenpfeifer im Schlichtkleid - Pluvialis squatarola
Weitere Limikolenarten, vorwiegend im Schlichtkleid.
Elster - Pica pica
Steinschmätzer - Oenanthe oenanthe
Schneeammer - Plectrophenax nivalis
Wiesenpieper - Anthus pratensis
Strandpieper - Anthus petrosus
Leider findet man immer noch die mit Teilen alter Fischernetze überzogenen Brutfelsen und den darin verendeten Seevögeln.
Kartoffelrose - Rosa rugosa - auch Apfelrose, Japan-Rose, oder Kamtschatka-Rose genannt:
Sie ist auf Helgoland teilweise landschaftsprägend und wurde auch zum Zwecke des Dünenschutzes angepflanzt. Sie gilt bei uns mittlerweile als invasiver Neophyt.
Die auf der Insel häufig vorkommende Gefleckte Weinbergschnecke - Cornu aspersum
Raupen des Großen Kohlweißlings auf dem hier häufigen sogenannten Klippenkohl.




















































































































































































































































